Italienische Forscher entschlüsseln DNA der Arabica-Bohne

Arabica DNA
Die DNA der Kaffeebohne wird entschlüsselt.

Die Arabica-Bohne ist mit einem Weltmarktanteil von über 70 % die weitaus beliebteste Kaffeesorte. Allerdings ist sie sehr empfindlich gegen klimatische Schwankungen, wie die jüngste Dürre in Brasilien gezeigt hat, und anfällig für Schädlinge. Um diese Nachteile in den Griff zu bekommen und um die Qualität der Arabica-Bohne weiter zu verbessern, haben die beiden großen italienischen Kaffeehersteller Lavazza und Illycaffé ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Entschlüsselung des Erbgutes der Arabica-Bohne ins Leben gerufen. Beteiligt sind die Universitäten Padua und Udine sowie das Unternehmen DNA Analytica.

Die Sequenzierung des Arabica-Genoms dient der Optimierung von Anbaumethoden und kann die Kaffeeanbau-Produktivität deutlich steigern. Denn es wird möglich sein, den Reifungsprozess zu synchronisieren und die Pflanzen allgemein widerstandsfähiger gegen Krankheiten zu machen. Ebenso kann die Bodenqualität in den Plantagen besser auf die Pflanzen abgestimmt werden.

Letztendliches Ziel der auf Jahre angelegten und sehr teuren Forschungsarbeit ist es, das Geheimnis des perfekten Kaffees zu lüften.

Kürzlich wurden in Mailand die ersten Ergebnisse präsentiert. Bereits mehr als die Hälfte der Arabica-DNA habe man entschlüsselt und versuche nun, die Funktionen der einzelnen Segmente zu bestimmen. Langfristig erwarten die beiden Kaffeehersteller von dem Projekt nicht nur bessere und stabilere Erträge. Auch die Verbraucher könnten profitieren, da eine genaue Kenntnis der Kaffee-DNA neue Möglichkeiten schafft, auch den Geschmack zu verändern und neue Sorten zu kreieren.

Lavazza und Illycaffé versprechen, alle Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit auch in den den Anbauländer von den Erkenntnissen profitiert werdem kann. Zudem sollen sie nicht dazu genutzt werden, um gentechnisch veränderte Kaffeepflanzen herzustellen.

Der weltweite Kaffeeverbrauch steigt stetig an und es ist noch kein Ende des Wachstums abzusehen. Allein in den Anbauländern leben rund 26 Millionen Familien direkt vom Kaffeeanbau. Resistentere und ertragreichere Kaffeepflanzen könnten deren Lebensgrundlage deutlich verbessern.

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