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Fair Trade Kaffee

Wer möchte das nicht? Sein Lieblingsgetränk schlürfen und gleichzeitig etwas Gutes tun. So lautet das Versprechen von Fair Trade Kaffee. Wer den fair gehandelten Kaffee trinke, sorge dafür, dass die Kaffeebauern am anderen Ende der Welt anständig für ihre Arbeit entlohnt werden und außerdem würden die Fair Trade Bauern auch noch ganz besonders auf die Umwelt Acht geben. Stimmt das alles so?

 

Fair Trade Kaffee – so fing alles an

 

Fair Trade Kaffee hat gerade in Deutschland eine lange Tradition und ist auch immer noch sehr beliebt bei uns. Bereits vor über 40 Jahren, in den 1970ern, gab es erste Kaffees aus fairem Anbau bei uns zu kaufen. Damals waren sie noch ein echtes Nischenprodukt und nur in Dritte-Welt-Läden oder bei sozialen Märkten zu finden.

Heute gibt es nicht nur fair gehandelten Kaffee, sondern auch viele andere Produkte, die mit diesem Siegel werben: An die 1000 sind es mittlerweile und es gibt sie nun auch im Supermarkt zu kaufen. Und der Markt wächst: Nirgendwo sonst wächst der Verkauf von Fair Trade Kaffee so stark wie in Deutschland.

Aber Vorsicht: „Fair Trade“ sagt in der Regel nichts über die Umweltbedingungen aus, unter denen der Kaffee produziert wurde. Wer etwas für die Umwelt tun möchte, muss nach einem Bio-Siegel Ausschau halten.

 

Die Idee hinter dem Fair Trade Kaffee

 

Fair Trade ist angetreten, die Arbeits- und Lebensbedingungen seiner Handelspartner nachhaltig zu verbessern. Das soll durch einen fest garantieren Preis und festgelegte Mindestabnahmemengen geschehen. Gerade für wirtschaftlich benachteiligte Länder und Regionen wie Neuguinea oder Sidamo, im südlichen Teil von Äthiopien, sollte der fair gehandelte Kaffee ein Lichtblick sein. In diesen Ländern geschieht die gesamte Kaffeeproduktion meist noch aus einer Hand: Die Kaffeebohnen – meist der Sorte Arabica –  werden angebaut, geerntet und vor Ort gemahlen.

Neben dem bekannten Fair Trade, gibt es noch weitere Siegel von anderen Organisationen, die sich ebenfalls einen fairen Handel auf die Fahnen geschrieben haben: beispielsweise Fair for Live oder das ebenfalls sehr bekannte GEPA Siegel.

 

… und die Wirklichkeit

 

Die Kritik an fair gehandeltem Kaffee klingt ernüchternd: Wenig bis überhaupt keinen Effekt habe der Kaffee auf die Wirtschaft vor Ort. Gerade Kleinbauern, die eigentlich von dem Modell profitieren sollten, können meist mit den großen Plantagen nicht mithalten. Denn um das Fair Trade Siegel zu behalten, müssen die Bauern einen festgeschriebenen Preis an ihre Mitarbeiter zahlen und das ist bei stark schwankenden Kaffeepreisen nur schwer möglich. Das kann sogar dahin führen, dass die Bauern am Ende wirtschaftlich schlechter gestellt sind, als wenn sie ihr Produkt auf dem freien Markt anbieten würden.

Aber es kommt noch schlimmer: Wegen der garantierten Abnahmemenge könnte sogar die Qualität des Fair Trade Kaffee leiden. Dann nämlich, wenn der Preis auf dem Weltmarkt wieder höher ist, als der Preis, den die Bauern von der Organisation bekommen. In diesem Fall könnten Bauern den Kaffee mit sehr guter Qualität auf dem freien Markt anbieten, während der eher minderwertige an Fair Trade gehen könnte.

Und so könnte es sein, dass Sie statt eines Fair gehandelten Espressos mit schaumiger Crema, einen minderwertigen Röstkaffee bekommen.

Bildnachweis: © Aquir – shutterstock.com

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