Ein Eiffelturm Metallschrott durch Kaffee-Kapseln

Kaffeespezialitäten aus Kapselmaschinen sind spätestens seit George Clooney bei livestyle-bewussten Großstädtern in Mode. Über den Geschmack des Kapsel-Kaffees lässt sich ja bekanntlich streiten. Zweifellos aber reicht er nicht an die Qualität von Kaffee aus frisch gemahlenen Kaffeebohnen heran. Viele lieben jedoch die bequeme Zubereitungsart und die große Auswahl an Spezialitäten aus den bunten Kapseln.

Doch in der Verpackung liegt das eigentliche Problem: Höchstens 6 Gramm Kaffee stecken in einer Aluminium-Kapsel. Die Umweltbilanz sieht entsprechend düster aus, denn Tasse für Tasse fallen so mehr als ein Gramm Metall-Schrott an. Allein die Kapseln des Marktführers erzeugen täglich 19 Tonnen Aluminium-Müll. Das entspricht pro Jahr etwa 6.000 Tonnen. Daraus ließe sich ein massiver Metallwürfel mit einer Kantenlänge von 13 Metern oder ein zweiter Pariser Eiffelturm bauen.

Noch einmal die sechsfache Menge Müll entsteht, weil das verbrauchte Kaffeepulver in den Kapseln verbleibt. Es kann deshalb nicht kompostiert werden, sondern wird i.d.R. einfach verbrannt.

Die verbrauchten Kapseln werden zwar in Deutschland teilweise vom dualen System erfasst und recycelt. Die Wiederaufbereitung von einer Tonne Aluminium-Schrott verschlingt aber auch rund  1300 kWh an Energie und 1,7 m3 an Wasser. Momentan deckt der Marktführer für Kaffee-Kapseln nur ein Viertel seines Aluminiumbedarfs aus Recycling-Material.

Bei einem Stückpreis von 35 Cent pro Kapsel liegt der Preis für ein Pfund Kaffee übrigens bei stolzen 35 Euro. Kaffee aus frisch gemahlenen Kaffeebohnen schont also nicht nur die Umwelt sondern auch ihren Geldbeutel.

Lesetipp: Der Autor Philipp Weber hat sich in seinem „FUTTERblog“ in dem empfehlenswerten Artikel „Müll hat einen Namen: Nespresso“ auf sehr ironische und unterhaltsame Art ausführlich mit dieser Thematik befasst.

Link: http://futterblog.weberphilipp.de/mull-hat-einen-namen-nespresso/